HANDSTANDTRAINING IM SELBSTVERSUCH – EINE SEMINARARBEIT

Kürzlich wurde uns eine Seminararbeit zum Thema Handstandtraining zugesendet, diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Vielen Dank an Hannah für die Bereitstellung der Arbeit sowie einer Einleitung zum Thema.


Stehen auf den Händen – für einen Moment den Gesetzen der Schwerkraft einen Streich spielen und die Welt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf stellen – es ist ein faszinierendes Gefühl, das nicht nur mich, sondern auch viele andere Handstand-Begeisterte verzaubert. Es macht regelrecht süchtig, sich diesem Moment der Freiheit hinzugeben, der innere Ruhe und körperliche Anspannung in Einklang bringt.

Als ich erfahren habe, dass es in meinem Oberstufenjahrgang ein Seminar zum Thema „Koordinationstraining“ geben sollte, stand für mich daher schnell fest, dass ich eine Seminararbeit über Handstandtraining schreiben würde. Der Handstand ist die perfekte Koordinationsleistung, denn neben einer ausgeprägten Rumpf- und Armmuskultur erfordert er ein Maximum an Gleichgewichtsfähigkeit.

Der Aufbau meiner Arbeit gleicht einem wissenschaftlichen Experiment, bei dem die Planung und Durchführung eines Handstandtrainings dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet werden. Dies stellte mich in zweierlei Hin- sicht vor eine Herausforderung: Ich war sowohl Versuchsobjekt als auch Versuchsleiter und beides war für mich völliges Neuland.

Bereits die Planung des Trainings war ein langwieriger Prozess, denn ich musste mir zunächst die Grundkenntnisse über Trainingsmethoden, Belas- tungskomponenten und -prinzipien erarbeiten und anschließend den Bogen zum Handstandtraining spannen, um das ungefilterte Wissen in einen ef- fektiven Trainingsplan zu übertragen. Ein bisschen Hilfe von Experten hätte da sicher nicht geschadet, aber die Fehler die ich bei der Trainingsplanung gemacht hatte, machten den Trainingsprozess umso interessanter.

Dass ich Versuchsperson und -leiter meines Experiments war, brachte mir in der Durchführungsphase enorme Vorteile, denn ich konnte meine unver- fälschten Empfindungen und Erfahrungen dokumentieren und bewerten, ohne Kommunikationsschwierigkeiten oder Missverständnisse. Gleichzeitig war es oft schwer Motivationstiefs zu überwinden, weil ich keinen externen Trainer an meiner Seite hatte.

Da es kaum wissenschaftliches Quellenmaterial zum Thema Hand- standtraining gibt, musste ich beim Verfassen der Arbeit kreativ werden und neben einem Expertengespräch auf Absprache auch Internetquellen, wie handstandtraining.de, nutzen um meine Behauptungen zu stützen. Viele Er- kenntnisse und Ergebnisse der Arbeit sind auch individuell und konnten nicht durch Quellen belegt oder widerlegt werden.

Ich denke diese Mischung aus einer rein wissenschaftlichen und der indivi- duellen Betrachtungsweise macht die Arbeit so interessant und einzigartig. Ich hoffe sie inspiriert einige von euch, das eigene Training genauer zu be- obachten und zu dokumentieren oder sich genau wie ich ein konkretes Ziel zu setzen und einen ähnlichen Selbstversuch zu starten.

Hannah Schnotalla